Poliziottesco

Poliziottesco ist ein Filmgenre aus Italien. Oft wird der Begriff auch im Plural, Poliziotteschi, verwendet. Häufig werden alle italienischen Filme mit Polizei-, Mafia- oder Gangsterbezug mit diesem Begriff beschrieben. Bei dem klassischen Poliziottesco handelt es sich um eine Unterart des Polizeifilms. Derartige Filme wurden zwischen 1968 und 1982 gedreht. Danach gab es kaum noch Produktionen, die zum Genre gezählt werden können. Als Erstlingswerk wird häufig der Film Das Syndikat von Stefano Vanzina genannt. Er behandelt die Problematik eines Polizisten, der im Alleingang gegen die Kriminalität ankämpft. Typisch für das Genre sind die Hilflosigkeit und das Desinteresse der staatlichen Organe, die die Haupthelden zu eigenmächtigen Handlungen bis zum Übergang zur Selbstjustiz zwingen. Der Regisseur Enzo G. Castellari konnte durch seine technisch anspruchsvolle Kameraführung in Filmen wie Tote Zeugen singen nicht überzeugen. Darsteller wie Maurizio Merli, Franco Nero, Tomás Milián oder Fabio Testi wurden zu Aushängeschildern des Genres.

Etymologie

Poliziottesco setzt sich zusammen aus dem italienischen Nomen poliziotto „Polizist“ und dem modifizierenden Suffix -esco.

Bekannte Regisseure

Bekannte Darsteller

Wichtige Filme

1968

1970

1971

1972

1973

1974

1975

1976

1977

1978

1980

Literatur

  • M. Cholewa, K. Thurau: Der Terror führt Regie. Terrorverlag, Gütersloh 1999, ISBN 978-3931608910.
  • Christian Keßler: Bleigewitter über Cinecittà: Gangster und Polizisten im italienischen Kino von 1960–1984; Martin Schmitz Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3927795990.